Akne vulgaris

Wenn Pickel zur Belastung werden: Akne vulgaris

Akne vulgaris

Von xJason.Rogersx auf flickr

Wenn sich im Gesicht Mitesser und eitrige Pickel ausbreiten, dann denken wir an die Pubertät. Das ist normal und da muss man durch, heißt es. Allerdings sind die Betroffenen nicht wirklich glücklich über diese Aussage. Denn mancher fühlt sich hässlich und entstellt, traut sich kaum noch unter andere Leute oder wird in der Schule schikaniert. Wenn du auch unter Akne (medizinisch Akne vulgaris) leidest, brauchst du aber nicht zu verzweifeln.

Wie lässt sich Akne vulgaris erkennen?

Häufig sind auf der Haut schwarze Pünktchen zu erkennen, die sogenannten Mitesser. Entzünden sich diese Mitesser, entsteht ein Pickel mit Eiterpfropf. Im Gesicht, Brustbereich und Rücken bilden sich wunde, rote Stellen, die nach einiger Zeit zu eitrigen Pickeln werden. Manchmal treten diese Pickelphasen der Akne vulgaris nur schubweise auf, bei anderen sind ganze Hautpartien dauerhaft befallen und es bleiben tiefe Narben zurück.

Die gewöhnliche Akne, auch Akne vulgaris genannt, ist weit verbreitet. Teilweise wird die Krankheit aber als in der Pubertät normal und harmlos heruntergespielt. Dabei ist Akne vulgaris nicht nur auf das Teenageralter beschränkt. Zwar erscheint sie in den meisten Fällen zwischen dem 14. und 30. Lebensjahr, kann aber auch ältere Menschen treffen.

Wie kommt es zum Ausbruch der Krankheit?

Prinzipiell tritt Akne vulgaris vermehrt dann auf wenn sich die Hormonwerte im Körper ändern, und nicht aufgrund von mangelner Körperhygiene. Eine Hormonumstellung kommt erstmals im Teenageralter vor, später aber auch beispielsweise vor und während einer Schwangerschaft. Um die Haut vor Krankheitserregern zu schützen, produzieren spezielle Drüsen Talg. Dieses besondere Hautfett hält die Haut und Haare geschmeidig und wirkt abweisend gegenüber Wasser. Angeregt wird die Talgproduktion durch männliche Sexualhormone.

Bei Akne vulgaris verengen sich die Kanäle, die den Talg an die Oberfläche befördern sollen. Es kommt zu einer Verstopfung der Poren. Zunächst sind Mitesser auf der Haut zu erkennen. Unvermeidbar dringen auch Bakterien mit ein, eine Entzündung bahnt sich an. Stress, häufiges Kratzen und Drücken oder ständiges Waschen verschlimmern die Symptome allerdings noch, der Teufelskreis beginnt.

Behandlung von Akne vulgaris

Frühzeitige Erkennung und ausreichende Behandlung von Akne vulgaris können möglicherweise schon zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes führen. Erste Grundmaßnahmen sind:

  • Vermeidung von Kratzen, Ausdrücken oder ständigem Berühren mit den Händen
  • Gesunde Ernährung und genügend Flüssigkeit trinken (Wasser oder Tee)
  • Beobachten, ob nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel eine Verschlimmerung auftritt
  • Nikotin- und Alkoholabstinenz
  • Tägliche Dampfbäder mit Kamillentee öffnen die verstopften Poren. Am besten mit Papiertüchern abtupfen, dann mit viel kaltem Wasser nachspülen
  • Bei Pflege- und Reinigungsmittel für die Haut gilt: wenn überhaupt, dann besonders milde Produkte. Viel hilft nicht immer viel, manchmal schadet es mehr.

Wenn diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, empfiehlt sich zur Behandlung von Akne vulgaris eine Therapie unter ärztlicher Aufsicht. Möglich sind Mittel, die Du auf die Haut aufträgst. Bei sehr starker Akne vulgaris werden Medikamente verabreicht, die Hormone oder Stoffe enthalten, welche die Talgproduktion verringern. Diese Medikamente sind sehr stark und dürfen nicht bedenkenlos an Heranwachsende oder Schwangere verabreicht werden. Deshalb verordnet der Arzt sie normalerweise nur bei sehr schweren Formen der Akne vulgaris. Du solltest auf jeden Fall einen Hautarzt aufsuchen, wenn

  • du Aknenarben entwickelst
  • sich an den Stellen, an denen Pickel waren, dunkle Flecken bilden
  • sich dein Hautbild plötzlich deutlich verschlechtert
  • dich die Akne seelisch schwer belastet
  • sich tief im Gewebe – vor allem unter den Achseln oder in den Leisten – Entzündungen bilden. Das kann ein Hinweis auf Akne inversa sein.

Viel Geduld und die richtigen Mittel

Eine deutliche Verbesserung der Akne vulgaris ist nicht von heute auf morgen erreicht. Sie benötigt Zeit und Durchhaltevermögen. Sowohl bei den Hausmitteln als auch bei manchen Medikamenten kann es anfänglich zu einer kurzfristigen Verschlimmerung kommen. Das muss nicht unbedingt heißen, dass du die Therapie nicht verträgst. Im Allgemeinen ist das Ende von Akne vulgaris mit etwa 25-30 Jahren erreicht, kann in Einzelfällen aber auch länger dauern. Deshalb ist es sehr wichtig, schon im Anfangsstadium etwas zu unternehmen, damit erst gar keine Narben entstehen und sich die Pickelbildung in Grenzen hält.