Wenn die Haut aus dem Gleichgewicht gerät: Akne inversa

Akne inversa

By Titus36 via Wikimedia Commons

Was sich wie ein vorübergehendes Problem mit unreiner Haut im Teenageralter anhört, hat mit ein paar Pickeln in der Pubertät nicht wirklich viel gemeinsam. Akne inversa ist eine chronische Krankheit mit tief gehenden Entzündungen ganzer Hautregionen, eitrigen Furunkeln und Abszessen, die sich immer weiter ausbreiten. Du brauchst dich deshalb nicht zu schämen, denn du bist nicht allein damit.

Wie lässt sich Akne inversa erkennen?

Einfach ausgedrückt lässt sich das Krankheitsbild von Akne inversa folgendermaßen umschreiben: Vorzugsweise an Hautfalten wie Po oder Brust, in den Leisten oder Achseln bilden sich entzündete Areale oder Knoten und Abszesse, die teilweise tief in das Gewebe hineinreichen, sogenannte Fisteln. Manchmal treten diese Symptome nur schubweise auf und heilen dann spontan wieder ab. Bei anderen breitet sich die Krankheit fortwährend weiter aus.

Akne inversa ist bis heute leider nur unzureichend erforscht, teilweise zieht sich der Leidensweg der Betroffenen über Jahre hinweg. Sie leiden im Stillen, weil die Krankheit nicht erkannt wurde.

Wie kommt es zum Ausbruch der Krankheit?

Häufig führt Unwissenheit oder Unverständnis dazu, dass der Krankheit wenig Beachtung geschenkt wird. Die eigentliche Ursache von Akne inversa ist bis heute nicht bekannt. Sicher ist aber, dass es vorwiegend an Körperregionen, an denen kräftige, vollständig pigmentierte Haare wachsen und Schweißdrüsen vorhanden sind zu den Symptomen kommt. Die normalen Hautfunktionen sind bei Akne inversa aus dem Gleichgewicht geraten. Zum Schutz der Haut vor Krankheitserregern produziert eine spezielle Drüse um das Haar Talg, das die Haut geschmeidig macht und Wasser abweisend wirkt.

Angeregt wird die Talgproduktion durch männliche Sexualhormone. Eine Verhornungsstörung der oberen Hautschicht führt zur Verstopfung der Talgdrüse, verhornte Zellen dringen ein und mit ihnen auch Bakterien: Sie entzündet sich. Wenn irgendwann das Gewebe aufreißt, breitet sich die Infektion aus: Schweißdrüsen werden mit einbezogen. Bakterien können auch in die darunterliegenden Blutbahnen gelangen und dort zu Einblutungen oder sogar einer Blutvergiftung führen.

Typischerweise breitet sich die Entzündung bei Akne inversa nach innen aus, deshalb sind an der Haut selten Eiterhäubchen erkennbar. Schweißdrüsen, die direkt an der Talgdrüse enden, bilden sich erst mit Einsetzen der Geschlechtsreife. Die Produktion von Schweiß ist aber nicht nur temperaturabhängig. Viele andere Faktoren haben Einfluss, beispielsweise Stress. Schweiß schwächt die natürliche Hautfunktion. Häufiges Waschen reizt die Haut zusätzlich, der Teufelskreis beginnt.

Behandlung von Akne inversa

1. Eine frühzeitige Erkennung von Akne inversa und die Verminderung verschiedener Reizfaktoren können möglicherweise zu einer deutlichen Verbesserung deiner Beschwerden führen. Allerdings ist jeder Mensch anders, Immunabwehr und Hormonhaushalt spielen eine wichtige Rolle. Erste Grundmaßnahmen sind:

- Vermeidung enger Kleidung
- Gesunde Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (Wasser oder Tee)
- Nikotin- und Alkoholabstinenz
- Rasur nur mit elektrischen Geräten, keine Nassrasur
- anstrengende körperliche Aktivitäten, die Schweißbildung fördern, meiden
- Häufiges Wechseln der Kleidung in den betroffenen Bereichen
- Die Wäsche, vor allem Handtücher und Leibwäsche zur Desinfektion heiß waschen

2. Wenn all diese Maßnahmen keine Wirkung zeigen, empfiehlt sich zur Behandlung eine Therapie mit Medikamenten. Tückisch an Akne inversa ist, dass Mittel wie Antibiotika zwar in gut durchblutete Regionen gelangen, die verkapselten Entzündungen aber nur schwer erreichen. Alternativen sind Arzneimittel, die Hormone oder körpereigene Stoffe hemmen, die Entzündungen verstärken.

3. Bei den meisten Betroffenen breitet sie sich Akne inversa stark aus oder wandert auf andere Hautpartien. Ist schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, muss das erkrankte Areal vollständig entfernt werden. Bei kleineren Stellen kann die Haut nach der Operation einfach vernäht werden. Bei großflächigen Defekten wird in einigen Fällen Haut transplantiert. Möglich ist auch, dass die Stellen von selbst wieder zuheilen, das kann für Dich aber sehr zeitaufwendig und pflegeintensiv sein.

Frühzeitige Erkennung ist das A und O

Wenn Du die oben genannten Anzeichen wiedererkennst, scheue Dich nicht, einen Arzt aufzusuchen. Die meisten Menschen kennen und erkennen Akne inversa überhaupt nicht, manche Ärzte eingeschlossen. Wenn die Behandlung nicht anschlägt, zögere nicht, den Arzt auf Akne inversa anzusprechen. Denn wenn die Krankheit schon in einem frühen Stadium erkannt und behandelt wird, muss es nicht unbedingt zur schwersten Form der Akne inversa kommen, bei der ganze Hautareale durch die Krankheit völlig zerstört werden.